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Die Musik spielt jetzt unter einem Dach

ERÖFFNUNG Neue Räume – Privatisierte Einrichtung muss alleine laufen lernen

VON ANJA ROHDE
WILDESHAUSEN - Unterrichts- und Verwaltungsräume unter einem Dach und 217 Schüler Zuwachs – der Neustart der Musikschule des Landkreises Oldenburg gGmbH verlief vielversprechend. In einer kleinen Feierstunde wurde die Anfang August privatisierte und unter dem Geschäftsführer Rafael Jung nunmehr weitestgehend eigenverantwortlich wirtschaftende Musikschule am vergangenen Sonnabend Morgen offiziell eröffnet.

Ein ehemaliges Wohnhaus an der St.-Peter-Straße 1a in Wildeshausen, in dem drei Büro- und vier Übungsräume untergebracht sind, hat die Musikschule als neues Domizil angemietet. Rund 60 000 Euro aus Rücklagen hat sich der Landkreis die Renovierung und den Umbau des in seinem Besitz stehenden Hauses kosten lassen, sagte Landrat Frank Eger. Zuvor hatte die Musikschule Übungsräume im Gymnasium genutzt; die Verwaltung saß an der Feldstraße.

Bürgermeister Franz Duin, Landrat Frank Eger, Musikschullehrerin Barbara Niemann-Wedemann und geschäftsführender Schulleiter Rafael Jung
Foto: Thomas Milowski

Nun haben Eltern, Schüler und das Team von 32 pädagogischen Mitarbeitern, die beim Kreis angestellt sind, und zehn Honorarkräfte der Musikschule eine feste Adresse und Anlaufstelle. „Es ist ein großer Genuss, in diesen Räumen zu arbeiten“, betonte Barbara Niemann, Lehrerin für Gesang und Gitarre, stellvertretend für das gesamte Kollegium. Es werden aber auch weiterhin Räume der „strategisch günstig“ in der Nachbarschaft gelegenen BBS mitgenutzt, erläuterte Eger. Es besteht ebenfalls eine Kooperation mit dem Musikkorps Wittekind, das Big Band- und Schlagzeugübungsräume zur Verfügung stellt.

Insgesamt etwa 1300 Schüler werden an der Musikschule unterrichtet. Der Zuwachs von 217 Schülern resultiert aus einem neuen Angebot, bei dem Kinder mit Anfangsunterricht vormittags in den Grundschulen erreicht werden. „Die positive Resonanz hat uns geradezu überrollt“, freute sich Rafael Jung, der neue Wege beschreiten möchte und dabei sein Team hinter sich weiß. „Die Mitarbeiter sind ein wichtiges Pfund, mit dem ich wuchern kann. Sie trauen sich, Neues auszuprobieren“, betonte der Geschäftsführer. Ebenfalls in Planung ist ein Angebot, bei dem Klavierunterricht in kleinen Gruppen von bis zu fünf Schülern erteilt werden soll. Ende 2006 hofft Jung eine positive Zwischenbilanz ziehen zu können. Die langfristige Sicherung sei zwar durch Zuschüsse des Landkreises gewährleistet, doch „das Kind Musikschule muss jetzt alleine laufen lernen“, sagte Eger. Die Eröffnung ließ keine Wünsche offen: Neben einem Scheck von 1250 Euro für ein Probenwochenende des noch neu zu erstellenden Streichensembles, überreicht durch Hans-Hermann Schweers vom Freundeskreis der Schule, sicherte Bürgermeister Franz Duin die Anbringung von Schildern zu, die auf die etwas versteckt liegende Musikschule hinweisen sollen. „Kommen sie ins Stadthaus und wir klären das“, bot Duin an.

NWZ, 26.9.2005