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STI WILDESHAUSEN - Den Schlüssel hat er schon: Rafael Jung, Leiter der Kreismusikschule, führte die Vertreter der FDP-Kreistagsfraktion mit Ernst-August Bode an der Spitze am Donnerstag durch das leer stehende „Haus Burgberg“ in Wildeshausen. Noch gehört das einstige Soldatenheim zwar dem Immobilienunternehmer Helmut Müller. Doch alle Beteiligten zeigten sich einig: Das Gebäude eigne sich ideal als Kulturzentrum mit der Kreismusikschule in seinem Zentrum.
„Die Schule führt am Standort St.-Peter-Straße eigentlich ein Schattendasein“, erklärte Bode, der bereits einen entsprechenden Antrag auf Verlagerung gestellt hat. „So eine anerkannte Einrichtung verdient einen besseren Platz.“ Auf die steigenden Schülerzahlen wies Hans-Hermann Schweers, Vorsitzender des Freundeskreises der Musikschule, hin. Das „Haus Burgberg“ biete ausreichend Platz; zudem bestünden gute Parkmöglichkeiten. Ein Kauf dürfe die Eltern aber nicht zusätzlich belasten.
Auch die Kegelbahn im „Haus Burgberg“ ist noch funktionstüchtig: Musikschulleiter Rafael Jung (li.) zeigt den Vertretern der FDP das Gebäude. Es war vor Monaten vom Unternehmer Helmut Müller (4.v.re.) gekauft worden. BILD: OLAF BLUME
„Die Musikschule gehört ins Herz der Stadt“, sagte Jung. Er kann sich vorstellen, dass der bisherige Gaststättenraum des „Hauses Burgberg“ geteilt und für die Sachbearbeiter umgebaut wird. Billardraum und weitere Nebenräume würden zu Übungsräumen umfunktioniert. Die Kegelbahn im Keller könnte Vereinen zur Verfügung gestellt werden. Die Gruppenräume im Keller eigneten sich als neue Probenstätte für Musikgruppen aus Wildeshausen, beispielsweise dem Blasorchester („Blow“). Jung: „Sie hätten einen separaten Eingang und könnten die Räume unabhängig von der Musikschule nutzen.“ Besonders angetan zeigten sich die FDP-Politiker, darunter der Landtagsabgeordnete Christian Dürr (Ganderkesee), vom Saal und der Bühnentechnik. „Das ist der beste Saal im Landkreis Oldenburg“, meinte Jung.
Müller erläuterte, dass er den Komplex mit rund 1800 Quadratmetern Nutzfläche eigentlich für einen gastronomischen Betrieb erworben habe. Doch es sei ihm bislang nicht gelungen, einen Pächter zu finden. Als Verkaufspreis stehe eine Summe von rund 200 000 Euro im Raum. Weiterhin muss der Besitzer laut Müller rund 1000 Euro monatlich an die Katholische Kirche zahlen. Sie hat per Erbpachtvertrag das Grundstück zur Verfügung gestellt.
Die Finanzierung eines möglichen Kaufs sowie notwendiger Umbaumaßnahmen würde sich für die Musikschule aber als schwierig gestalten, zumal die gemeinnützige GmbH jedes Jahr einen Großteil ihrer Überschüsse an den Landkreis abführen muss. Bode regte eine Vertragsänderung an: Der Kreis solle auf dieses Geld verzichten, damit die Musikschule das „Haus Burgberg“ finanzieren kann. Ein Kauf durch den Kreis komme nicht in Frage.
NWZ 20.6.2008
